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Tief im Wald und unter der Erde: Thriller
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Titel:      Tief im Wald und unter der Erde: Thriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1217
Autor:      Andreas Winkelmann
ISBN-10(13):      3442469554
Verlag:      Goldmann Verlag
Publikationsdatum:      2009-08-10
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      416
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
TIEF IM WALD UND UNTER DER ERDE
   


Rezensionen
Tödliche Gefahr

26.03.2010 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Inhalt

 

Nach ihrer abendlichen Aerobic-Trainigsstunde macht sich Melanie Meyer mit einem unguten Gefühl auf den Heimweg. Denn der Weg in ihr Heimatdorf führt durch ein einsames Waldgebiet. Die Strasse kreuzt eine stark befahrene Bahnstrecke und auch heute sieht Melanie die roten Warnlichter drohend im Dunkeln leuchten. Langsam fährt sie mit ihrem Wagen bis zum Bahnübergang und stoppt gezwungenermaßen an den Halbschranken. Sicherheitshalber verriegelt sie alle Türen. Schon oft hat sie daran gedacht einfach um die Halbschranken zu fahren, um nicht an dieser unheimlichen Stelle zu stoppen. Doch ein Kreuz am Fahrbahnrand, das die vier Namen ihrer im letzten Jahr verstorbenen Freunde trägt, hält sie davon ab. Denn aus bisher ungeklärter Ursache fuhren die vier Freunde, trotz geschlossener Schranke, über den Bahnübergang und wurden dabei von einem Zug erfasst, der den Wagen mitriss, zerquetschte und ihn explodieren ließ. Keiner von Melanies Freunden überlebt die Katastrophe. Wie immer an dieser Stelle denkt Melanie darüber nach, warum der verantwortungsbewusste Fahrer über die Gleise fuhr, denn für waghalsige Mutprobe war er nicht bekannt.

Plötzlich bemerkt Melanie einen dunklen Schatten am Waldrand, der zielstrebig auf ihr Auto zusteuert. Panisch beobachtet sie die finstere Gestalt und kann ihr doch nicht entfliehen, da das rote Warnlicht sie zum Halten zwingt. Ängstlich sinkt sie in ihrem Sitz zurück, als eine große krallenartige Hand auf ihre Windschutzscheibe schlägt. Da! Endlich sind die Gleise freigegeben, das rote Licht erlischt und die Halbschranken heben sich. Melanie tritt das Gaspedal bis zum Boden durch und kann im letzten Moment entfliehen.

Melanies Eltern nehmen die Geschichte auf die leichte Schulter und glauben, dass sie sich in etwas hineinsteigert. Doch am nächsten Tag wird bekannt, dass die junge Jasmin Dreyer vermisst wird. Auch ihr Heimweg führt durch den einsamen Wald und an dem Bahnübergang wird ihr achtlos zur Seite geworfenes Fahrrad aufgefunden. Nun interessiert sich die Polizei brennend für Melanies Beobachtungen und beginnt das Waldgebiet zu durchsuchen. Doch schon bald gibt es wieder eine Vermisste.

 

Meine Meinung

 

Der Thriller beginnt mit einem spannenden Prolog, der sich mit dem Unfall von Melanies verstorbenen Freunden befasst. Bereits in dieser kurzen Einführung herrscht atemlose Spannung. Denn durch die intensiven Beschreibungen des Autors fühlt man sich in den Wagen der Freunde versetzt und erlebt, wie die ausgelassene Stimmung verfliegt und einem panischen Schrecken weicht, der schließlich im tödlichen Unfall eskaliert. Die unheimliche Atmosphäre an der geschlossenen Bahnschranke ist so glaubhaft beschrieben, dass man beim Lesen gespannt den Atem anhält und das Entsetzen der Freunde nachempfindet.

Doch auch nach dem Prolog lässt die aufgebaute Spannung nicht nach, sondern steigert sich eher noch, da Melanie Meyer sich ja ganz alleine in ihrem Auto befindet, als sie den dunklen Schatten bemerkt, der sich langsam an ihren Wagen heranpirscht. Da Melanie stets vor Augen hat, was passieren kann, wenn sie über die geschlossene Halbschranke fährt, kann sie der Bedrohung nicht einfach davon fahren. Die Erleichterung, als die Strecke freigegeben wird und Melanie endlich auf das Gaspedal treten kann, um der unheimlichen Gestalt zu entgehen, ist enorm. Doch auch hier kann man als Leser noch nicht aufatmen, da Melanie im Rückspiegel flüchtig das flackernde Licht einer Fahrradbeleuchtung wahrnimmt, diesem jedoch vor lauter Entsetzen keine Aufmerksamkeit schenkt.

Die Beschreibung des Ermittlerteams lässt ebenfalls keine Langeweile aufkommen. Denn die leitende Kriminalhauptkommissarin Nele Karminter ist nicht nur auf der Suche nach den verschwundenen Mädchen und einem Zusammenhang zwischen den Taten, sondern versucht ihr Privatleben vom Berufsalltag zu trennen. Doch die beginnende Beziehung zu ihrer Kollegin Anouschka stürzt sie in Konflikte. Um Gerüchte zu vermeiden, versucht sie die Beziehung geheimzuhalten. Diese Nebenhandlungen hauchen den Protagonisten Leben ein und lassen sie glaubhaft und menschlich wirken.

Durch Perspektivenwechsel erhält man einen guten Überblick über die Gesamthandlung, denn auch dem Täter kann man in seinem Versteck tief unter der Erde über die Schulter schauen. Durch Rückblenden in seine Kindheit und Jugend wird er näher beschrieben, ohne jedoch zuviel von seinen Beweggründen zu verraten. Die Stimmung in seinem Versteck ist düster und geheimnisvoll. Da er seinen Opfern die Möglichkeit des Überlebens einräumt, schwanken die Gefühle zwischen Angst, Entsetzen und Hoffnung. Durch seine brutalen Gewaltausbrüche wirkt der Täter unberechenbar und scheint den Ermittlern stets einen Schritt voraus zu sein.

Durch den flüssigen Schreibstil und die durchgehend spannende Handlung fliegt man förmlich über die Seiten und kann den Thriller nur schwer aus der Hand legen. Die traumatischen Kindheitserfahrungen des Killers halten für einen echten Thrillerfan allerdings keine große Überraschung bereit und wirken deshalb etwas klischeehaft und konstruiert. Doch die spannende Atmosphäre tröstet über diese kleine Schwäche schnell hinweg.

 

Mein Fazit

 

Dieser Thriller überzeugt durch atemlose Spannung, die bereits auf den ersten Seiten beginnt und auch im Verlauf der Handlung nur selten abnimmt. Deshalb habe ich das Buch auch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Da ich selbst auf meinem Weg zur Arbeit durch ein Waldgebiet mit Bahnübergang fahren muss, betrachte ich den dunklen Waldrand nach der Lektüre dieses Thrillers bedeutend kritischer. Ausserdem muss ich gestehen, dass ich momentan lieber mit laufendem Motor vor der geschlossenen Schranke warte. Man kann ja nie wissen...

 

 


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