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In weißer Stille
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Titel:      In weißer Stille
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1101
Autor:      Inge Löhnig
ISBN-10(13):      354826865X
Verlag:      Ullstein Taschenbuch
Publikationsdatum:      2010-01-13
Edition:      1. Auflage.
Number of pages:      448
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
In weißer Stille
   


Rezensionen
In weißer Stille

03.02.2010 Bewertung:  5 goat vergibt 10 von 10 Punkten

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Nachdem ich diesen Krimi beendet hatte, musste ich erstmal schlucken. Ganz unabhängig von der Lösung des Falles, habe ich mit diesem Ende am allerwenigsten gerechnet. Ich bin etwas schockiert und auch leicht verwirrrt, was das Ende für Auswirkungen auf die Folgebände haben wird. Aber mehr sollte ich nun wirklich nicht verraten.

Inge Löhnig hat einen erstklassigen Krimi geschrieben mit viel Liebe zum Detail. Dabei hat sie sehr viel Wert auf die ausführliche Beschreibung der Figuren gelegt. Genau das lässt den Leser viel intensiver am Geschehen teilhaben und auch emotional mitreißen. Die psychologischen Feinheiten sind das i-Tüpfelchen.

Schon der Prolog ließ einem die Haare zu Berge stehen. Ein kleiner Junge, der in einem Keller fast verdurstet. Es macht den Anschein, als wäre er dort eingesperrt, aber so unbegreiflich es sich auch anhört: der Keller ist nicht verschlossen und der Junge könnte zu jeder Zeit sein \"Gefängnis\" verlassen. Und das ist die erste Frage, die man sich stellt: Wer oder was lässt diesen Jungen freiwillig diese Tortur durchleben?

Und welche Verbindung gibt es zu dem Tod von Dr. Heckeroth sen.? Dieser wird von seinem Sohn in seinem Wochenendhaus, an eine Heizung gefesselt, tot aufgefunden - Todesursache: verdursten... Wer könnte einen Grund gehabt haben, ihn zu töten? Nachdem die scheinbar heile Fassade der Familie Heckeroth beginnt zu bröckeln, hätten gleich mehrere Personen in seinem Umkreis ein Motiv gehabt.

Für Kriminalhauptkommissar Dühnfort beginnt eine wahre Puzzlearbeit und was er so nach und nach ans Tageslicht bringt, macht die Ermittlungen nicht unbedingt leichter. Und auch sein eigenes Leben läuft nicht gerade in geordneten Bahnen. Die Beziehung zu seiner Freundin Agnes bekommt die ersten Risse und er fühlt sich nicht in der Lage, dieses Problem zu lösen.

Obwohl die Autorin wahnsinnig viele Fährten legt, hatte ich schon ziemlich schnell einen Verdacht. Aber das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Gestört hat mich nur der Titel des Buches - zum einen, weil er nicht gerade passend für die Story ist und zum anderen ärgert es mich, dass er nach der neuen Rechtschreibung auch noch falsch geschrieben wurde. Sowohl auf dem Cover als auch im Buch. Es muss schließlich \"In weißer Stille\" und nicht \"In weisser Stille\" heißen.

Da mich das Dühnfort-Fieber gepackt hat, werde ich den ersten Band natürlich auch noch lesen. Selten ist ein Ermittler so sympathisch rübergekommen wie er. Ein Mann, von dem ich mich gerne mal bekochen lassen würde. Mein Dankeschön an Inge Löhnig mit vollen fünf Sternen!


goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.


Die heile Welt, so weiß und still?

07.03.2010 Bewertung:  5 metAlpAnda vergibt 10 von 10 Punkten

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Konstantin Dühnfort, leidenschaftlicher Hobbykoch und hauptberuflich Kriminalkommissar, ermittelt in einem Mordfall, der erst ziemlich klar sein scheint. Wolfram Heckeroth, ein pensionierter Kinderarzt, wird tot in seinem Ferienhaus aufgefunden, mit eigenen Gürteln gefesselt und qualvoll verdurstet.
Im ersten Augenblick deutet alles auf einen Raubmord hin, doch gibt sich der Ermittler mit dieser Theorie zufrieden? Er gräbt im persönlichen Umfeld des Ermordeten und stößt dabei auf weitere Hinweise - oder sind es doch nur falsche Fährten?

Die Familie Heckeroth scheint auf den ersten Blick ein heiler Mikrokosmos zu sein. Wolframs Lieblingssohn Albert trat in die Fußstapfen des Vaters und ist selbst erfolgreicher Arzt. Dazu hat er seine smarte Frau Barbara, die sofort die Sympathie des Lesers weckt und zwei Söhne. Seine Schwester Caroline ist erfolgreiche Businessfrau und nur der jüngere Bruder Bertram scheint etwas aus der Reihe zu schlagen...
Nach und nach erfährt der Leser, was hinter dieser idyllischen Fassade alles steckt...

Inge Löhnig hat einen spannenden, von der ersten bis zur letzten Seite fesselnden Krimi geschaffen. Nicht actionlastig, nicht blutrünstig, keinesfalls brutal - aber mitreißend und ergreifend. Nicht nur das private Umfeld des Kommissars Dühnfort wird erläutert, sondern auch das Leben der drei Sprösslinge Heckeroth, sodass man sich sofort in die Geschichte hineinversetzt fühlt, als wäre man selber vor Ort anwesend, in der kleinbürgerlichen Wohnung der Familie Albert Heckeroth \"im Herzen Schwabings\" oder mitten im Wald vor dem Ferienhaus des Vaters - alleine durch die angemessene Sprache und stilistische Feinheiten schafft die Autorin die passende Athmosphäre. Die Charaktere sind sehr lebendig, durch die Einblicke in deren jetzigen Lebenswandel und auch durch die Erläuterung der Vorgeschichten. Die Dialoge und die Handlungen lassen die Personen sehr echt wirken, Menschen wie du und ich. Schließlich sind auch die Mordkommissare ganz normale Menschen, mit ihren Schwächen, Problemen und Krankheiten. Und eine Familie von nebenan, die so nett sein scheint, könnte durchaus ihre Leichen im Keller haben...

Besonders gelungen sind die eingebauten falschen Fährten in den Ermittlungen, die nicht nur den Polizeibeamten die richtige Spur verdecken, sondern auch den Leser trügen und den Schluss damit noch überraschender wirken lassen.

Der Titel lässt erst vermuten, dass die Geschichte im Winter spielen könnte, was allerdings nicht richtig ist. \"Weiße Stille\" ist ein Ausdruck der Seeleute für ein Wetterphänomen, bei dem keinerlei Luftbewegung wahrnehmbar ist.
Spätestens am Schluss dieses gelungenen Kriminalromans wird klar, dass der Titel von Inge Löhnig absolut zutreffend gewählt wurde.
Ohne zuviel verraten zu wollen, muss ich jedoch anmerken, dass der Schluss nochmal ein bombastisches Sahnehäubchen zu diesem gelungenen Roman darstellt und den Leser auf den letzten Zeilen nochmal so richtig von den Socken haut!
Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen, es ist ein gelungener „deutscher“ Krimi, der einem beim Lesen so richtig nahe geht, bedingt durch ehrliche, realitätsnahe Charaktere, fesselnde Story und den Ort der Geschehnisse „um die Ecke“.


metAlpAnda hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Ein fesselndes Lesevergnügen

08.03.2010 Bewertung:  4.5 kleinfriedelchen vergibt 9 von 10 Punkten

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Nachdem Kommissar Konstantin Dühnfort in „Der Sünde Sold“ ein beschauliches bayerisches Dorf vor einem christlich orientierten Mörder gerettet und dabei seine Traumfrau Agnes kennengelernt hat, ermittelt er nun erneut. In seinem Ferienhaus wird der pensionierte Kinderarzt Wolfram Heckeroth tot aufgefunden. Er wurde mit Gürteln an eine Heizung gefesselt und ist offenbar qualvoll verdurstet. Zuerst sieht es nach einem Raubmord aus, aber bald schon zeigt sich, dass der alte Mann nicht so ein beschauliches Familienleben geführt hat, wie es zuerst den Anschein hat. Dühnfort findet ein Fotoalbum, das Aufnahmen der verschiedenen Geliebten Heckeroths enthält. Aufnahmen, auf denen die jungen Frauen alle gefesselt waren, manche offenbar auch unfreiwillig. Hat sich etwa eine von ihnen an dem alten Mann gerächt? Aber auch in Heckeroths eigener Familie gibt es Verdächtige. So hat sein Sohn Bertram hohe Schulden und ein hohes Erbe als Motiv. Je mehr Dühnfort nachforscht, desto mehr offenbaren sich die familiären Abgründe der Familie Heckeroth…

Inge Löhnig zeichnet sich für mich durch ihren angenehmen Schreibstil aus. Gekonnt hält sie die Spannung um den Täter bis zum Schluss aufrecht und lässt mich die Seiten regelrecht verschlingen. Die Handlung wird, wie im ersten Band, aus Sicht mehrerer Personen erzählt, wodurch man nicht nur Stück für Stück Einblick in die verschlungenen Handlungsstränge erhält, sondern auch die Charaktere näher kennenlernt. Da wäre Barbara, die befürchtet, ihr Mann Albert könnte es seinem Vater Wolfram gleichtun und sie betrügen; oder Wolframs Tochter Caroline, die sich Zeit seines Lebens um die Anerkennung des Vaters bemüht hat.

Mit Konstantin Dühnfort hat Löhnig einen sehr sympathischen Hauptcharakter erschaffen. Kein übermäßig gutaussehender Draufgänger, sondern ein ganz normaler Typ, der nach Jahren der Entfremdung beginnt, sich mit seinem Vater zu versöhnen, der sich nach einer Familie sehnt und trotz seines harten Alltags als Ermittler an das Gute im Menschen glaubt.
Mein Fazit:  ein spannender Fall, ein realistischer Plot und glaubwürdige Charaktere machen dieses Buch für mich zu einem Krimi-Sahnestück. „In weisser Stille“ ist ein toller zweiter Krimi von Inge Löhnig, der mich endgültig zum Fan gemacht hat. Ich warte sehnsüchtig auf Nachschub!


kleinfriedelchen hat insgesamt 60 Rezensionen angelegt.


Die Illusion einer perfekten Familie

28.03.2010 Bewertung:  4.5 KimVi vergibt 9 von 10 Punkten

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Inhalt

 

Der pensionierte Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth hat vor wenigen Wochen seine Frau verloren. Um zur Ruhe zu kommen, zieht er sich in sein Wochenendhaus am Starnberger See zurück. Da er, an dem von ihm vorher angekündigten Termin, nicht in seiner Wohnung eintrifft, ist seine Putzfrau beunruhigt. Sie alarmiert seinen Sohn Albert, der die Kinderarztpraxis des Vaters weiterführt. Albert fährt ins Wochenendhaus um dort nach dem Vater zu sehen. Schon beim Öffnen der Haustür bemerkt er einen furchtbaren Verwesungsgeruch. Schließlich findet er den Vater qualvoll verdurstet, mit Gürteln an einen Heizkörper gefesselt.

Kommissar Konstantin Dühnfort und sein Team werden an den Tatort gerufen. Zunächst deutet alles auf einen Raubmord hin. Doch bald tauchen erste Ungereimtheiten auf. Im Nachlass des Verstorbenen werden Fotos von jungen, gefesselten Frauen gefunden. Auch Bertram Heckeroth, der zweite Sohn des Ermordeten, rückt durch seine drückenden Geldsorgen ins Visier der Ermittlungen. Erste Indizien deuten darauf hin, dass Bertram seine Finger im Spiel haben könnte. Die Fassade der angesehenen Arztfamilie gerät ins Wanken...

 

Meine Meinung

 

Nach Der Sünde Sold ist dieser Roman der zweite Band der Ermittlerserie um den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort. Da die Handlungen in sich abgeschlossen sind, können beide Fälle unabhängig voneinander gelesen werden.  Um allerdings der Weiterentwicklung des Teams und den privaten und beruflichen Nebenhandlungen zu folgen, empfiehlt sich die Einhaltung der Reihenfolge. Denn auch in diesem Teil trifft man auf Agnes Gaudera, eine der Hauptfiguren des Auftaktbandes. Die Beziehung zwischen ihr und dem Kommissar spielt auch in diesem Folgeband eine Rolle. Das Liebesleben Dühnforts nimmt allerdings nur eine Nebenhandlung ein. Im Vordergrund steht der Fall des ermordeten Kinderarztes.

Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Dabei nehmen natürlich die Ermittlungen des Teams einen großen Teil der Handlung ein. Ausserdem erfährt man einiges aus dem Privatleben der Teammitglieder. Besonders Konstantin Dühnfort, mit seiner Kochleidenschaft und seiner Vorliebe für guten Wein, wirkt sympathisch. Dieser Eindruck wird durch seinen leichten Bauchansatz und den Mangel an Disziplin ihn wieder loszuwerden, noch verstärkt.

Ein weiterer Teil der Handlung beschäftigt sich mit den Mitgliedern der Familie Heckenroth. Durch die verschiedenen Perspektiven kann man hinter die Kulissen der scheinbaren Idylle blicken. Albert, Kinderarzt und Liebling des ermordeten Vaters, ist seit dreizehn Jahren mit Babs verheiratet. Doch mittlerweile kommt es zwischen den beiden häufiger zum Streit und auch in der Erziehung der Zwillinge Noel und Leon, vertritt Albert plötzlich andere Ansichten als seine Frau. Babs hat langsam das Gefühl, Albert nicht mehr zu kennen.

Bertram Heckenroth hat schon immer im Schatten seines erfolgreichen Brudes gestanden. Auch seine Berufswahl, seine finanziell angeschlagene Situation und die Scheidung von seiner Frau, fanden nicht die Anerkennung des ermordeten Vaters. Mit Albert konnte er nie konkurieren.

Caroline Heckenroth ist eine erfolgreiche Marketingleiterin. Doch auch für seine einzige Tochter fand der pensionierte Kinderarzt kaum ein Wort des Lobes. Obwohl Caroline weitaus bessere Noten hatte, nahm der Vater sie kaum zur Kenntnis, sondern belohnte stets Albert. Warum die gerade an Krebs verstorbene Mutter, sich nie für ihre Kinder einsetzte, konnte Caroline nie verstehen. Doch das Tagebuch der Mutter gewährt Caroline einen ungeschminkten Blick in die geheimsten Gedanken und Gefühle der Verstorbenen. Das dort Gelesene lässt sie den ermordeten Vater mit ganz anderen Augen betrachten.

Inge Löhnig legt geschickt ihre Fährten aus und liefert ein mögliches Mordmotiv nach dem anderen. Langsam wird der Schutzmantel des Schweigens gelüftet und eine Familientragödie enthüllt. Durch Perspektivenwechsel, an entscheidenden Stellen, fällt es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Der Täter lässt sich bereits vor der Enthüllung erahnen. Da sich aber die Frage nach dem tatsächlichen Tathergang stellt, bleibt die Handlung trotzdem spannend und interessant.

 

Mein Fazit

 

Auch der zweite Band der Krimiserie konnte mich wieder durch sympathische Charaktere, eine spannende Erzählung und facettenreiche Nebenhandlungen überzeugen. Durch den Cliffhanger am Ende des Buchs warte ich nun ungeduldig auf die Fortsetzung der Reihe.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Der große Manipulator

18.05.2010 Bewertung:  5 Bellexr vergibt 10 von 10 Punkten

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Der pensionierte Kinderarzt Wolfram Heckeroth wird tot in seinem Ferienhaus am Starnberger See gefunden. Als Tino Dühnfort und sein Team mit den Ermittlungen beginnen, deutet zuerst alles auf Raubmord hin, doch je tiefer sie in das Leben des Arztes und dessen Familie eintauchen, umso mehr Motive und Tatverdächtige tauchen auf. Doch wer hat wirklich ein Interesse am Tod des Kinderarztes und wer ist so kaltblütig, ihn so grausam sterben zu lassen?

 

In ihrem 2. Krimi rund um ihren Ermittler Konstantin Dühnfort lässt Inge Löhnig den Leser hinter die Fassade einer vermeintlich gutsituierten Familie blicken. Geschickt legt sie mehrere verschiedene Spuren aus, sodass man sich von Anfang an bezüglich des Mörders und seiner Beweggründe im Unklaren ist und einige überraschende Wendungen in dem Fall tun ihr übriges, dass man zu jeder Zeit neugierig weiter liest.

 

Auch gelingt es ihr auch wieder sehr gut, die Balance zwischen den Ermittlungen und den privaten Einblicken bei den Mitwirkenden zu halten. So ist der Krimi durchweg spannend und unterhaltsam erzählt, bis er dann zum Schluss mächtig Fahrt aufnimmt und es einem fast unmöglich ist, das Lesen zu unterbrechen.

 

Die Story ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Zum einen nimmt man hautnah an den Ermittlungen teil, zum anderen erhält man einen guten Einblick in das Privatleben und somit auch in die möglichen Motive der drei erwachsenen Kinder und deren Familien des ermordeten Kinderarztes. Und auch hier zeigt sich wieder deutlich, dass der Schein oft trügen kann.

 

So zeichnet die Autorin ihre Charaktere sehr menschlich, lebendig und stellenweise auch so undurchsichtig, dass man sich manchmal nicht festlegen mag, ob der Charakter einem nun sympathisch ist oder eher doch nicht. Auch erfährt man wieder etwas mehr über das Privatleben ihres Protagonisten. Der Ermittler und leidenschaftliche Hobbykoch Tino Dühnfort muss sich über seine Beziehung zu Agnes Garauda, die er bei den Ermittlungen in „Der Sünde Sold“ kennen gelernt hat, klar werden, nimmt wieder einmal belustigt die stellenweise etwas anmaßende Haltung seines Kollegen Alois zur Kenntnis und beweist sich als wahrer Freund bei seiner Kollegin Gina Angelucci. Dieser räumt die Autorin dieses Mal etwas mehr Platz ein und so lernt man eine durchaus sympathische und engagierte Frau kennen.

 

Alles in allem ist Inge Löhnig ein gelungener Nachfolger zu „Der Sünde Sold“ gelungen: Spannend, unterhaltsam und mit einer Geschichte, die von der ersten Seite an überzeugt und schlüssig umgesetzt wurde.


Bellexr hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Inge Löhning - \"In weisser Stille\"

09.07.2010 Bewertung:  4 Stahlfixx vergibt 8 von 10 Punkten

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Über das Buch:
Ein pensionierter Kinderarzt wird in seinem Wochenendhaus tot aufgefunden, er wurde mit Gürteln an einen Heizkörper gefesselt und seinem Schicksal überlassen - er verdurstete, bzw. verhungerte.
Der Tote, Wofgang Heckenroth, Witwer mit drei erwachsenen Kindern, war auf den ersten Blick ein angesehener und geschätzter Mann. Die Fassade nach außen war perfekt, sobald dem Ermittler Konstantin Dühnfort ein Blick hinter die Fassade gelang, bröckelte der schöne Schein. Wolfgang Heckenroth war keineswegs der, für den die Öffentlichkeit ihn hielt, er war weder der gute Ehemann noch ein treusorgender Vater für seine Kinder, er war besessen von Machtspielen, seine Frau betrog er mit unzähligen jungen Geliebten, die er bevorzugt ans Bett fesselte, sie so erniedrigt fotografierte, um seine Macht zu demonstrieren und zu genießen. Seine Kinder strafte er mit Nichtachtung, das einzige woran er Spaß hatte war, sie gegeneinander auszuspielen und so reiften alle drei zu, zwar nach außen hin perfekten und erfolgreichen Menschen, doch innerlich zu zerissenen und gestörten Persönlichkeiten. Die Kinder - Albert war Wolfgangs Lieblingssohn, da er sich komplett dem Vater unterordnete und das Leben lebte, dass sein Vater für ihn vorgesehen hatte. Bertram - der Rebell, der sich dem Vater nicht unterordnen wollte und trotzdem scheiterte und Caroline, die eigentlich immer übersehen wurde, sie lebt für ihre Karriere und kann sich nicht vorstellen, dass sie nur um ihrer selbst willen geliebt werden könnte. Konstantin Dühnfort versucht hinter die perfekten Fassaden zu blicken und das Motiv und den Täter zu finden.


Meine Meinung:
Inge Löhning ist ein wirklich guter deutscher Krimi gelungen, mit relativ wenigen Beteiligten, fast mit einem Kammerspiel zu vergleichen. Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht der (erwachsenen) Kinder und von Alberts Ehefrau erzählt. Der Einstieg ins Buch ist gelungen, mit einem Prolog, der den Leser schon ein wenig ahnen lässt, warum Wofgang Heckenroth so grausam sterben musste, wer allerdings der Täter ist, wird (natürlich) noch nicht verraten.
Man kann trotzdem recht schnell ahnen, wer den Mord begangen hat, trotzdem bleibt das Buch spannend, denn man taucht als Leser immer tiefer in die Familiengeschichte ein, immer mehr von dem schönen Schein bröckelt und immer wieder tauchen neue Details und Geheimnisse auf, prinzipiell tauchen damit auch neue Verdächtige auf, welche sich allerdings meist recht schnell als \"Sackgassen\" entpuppen.
Auch das Privatleben von Konstantin Dühnfort wird ein wenig zum Thema, er ist (unglücklich) mit Agnes liiert, beide haben unterschiedliche Ansichten, wie sie eine Beziehung führen wollen, Agnes möchte eine Affäre, Konstantin würde gerne eine richtige Beziehung aufbauen. Das waren auch die Teile des Buches die mir nicht ganz so gut gefallen haben, zum einen werden Nebensächlichkeiten, wie zum Beispiel der aktuelle Kühlschrankinhalt und Kochrezepte (für meinen Geschmack) zu ausführlich beschrieben, andererseits kommunizieren die beiden, in dem sie sich Gedichtpassagen zukommen lassen, das hat mir persönlich auch nicht so gut gefallen (naja, Geschmackssache) und wirkte einfach zu konstruiert (...also, wenn ich von einem Mann nichts (oder nicht viel ;-))) will, mache ich mir auch nicht die Mühe nach passenden Gedichten zu suchen...).
Das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück, der Mordfall wurde stimmig zu Ende gebracht aber der anschließende Cliffhanger - um Kommisar Dühnfort - war mir persönlich etwas zu viel. Sicherlich wäre das nicht notwendig gewesen, auch wenn dieses Buch schon der zweite Band - und dem Ende nach zu urteilen auch noch nicht der letzte Band - um den Münchner Kommisar Dühnfort ist,  hätte das Buch es nicht nötig gehabt so intensiv auf den Nachfolgeband zu verweisen. Für das Verständnis dieses Buches ist es auch nicht notwendig den Vorgänger gelesen zu haben.


Mein Fazit:
Ein solider deutscher Krimi, der einem Kammerspiel gleich, die Abgründe hinter schönen Fassaden beleuchtet.


Stahlfixx hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.


Heile Familienwelt

08.08.2010 Bewertung:  3 Toschi3 vergibt 6 von 10 Punkten

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Ein angesehener Kinderarzt in Pension wird ermordet in seinem Wochenendhaus aufgefunden. Es sieht aus wie ein Raubmord, doch seine Vergangenheit birgt dunkle Geheimnisse, so dass auch schnell Rache als Motiv in Frage kommt. Je tiefer Kommissar Dühnfort mit seinem Team gräbt, desto größer wird die Zahl der potentiellen Täter. Und welche Rolle spielen die drei Kinder des Toten?

 

Die Autorin Inge Löhnig legt uns hier solide Krimikost vor. Die Geschichte ist interessant aufgebaut, die handelnden Personen sind nicht nur schwarz oder weiß, es gibt angenehm viel grau dazwischen. So lässt sich nicht allein anhand von Sympathie oder Antipathie auf den Täter oder die Täterin schließen.

 

Der Schreibstil ist gut zu lesen, die Länge der Kapitel ist angenehm. Dennoch schafft es die Autorin in meinen Augen nicht, den Leser wirklich an die Geschichte zu fesseln und mitzureißen. Zu langatmig sind oft die Beschreibungen der privaten Probleme der Ermittler, zu vorhersehbar doch einige Entwicklungen in der Mordermittlung. Auch das Ende des Buches hat mich nicht wirklich überzeugt.

 

Fazit: ein durchschnittlicher Krimi, der nicht lange im Gedächtnis bleibt. Schade, die Handlung hätte mehr verdient.


Toschi3 hat insgesamt 81 Rezensionen angelegt.


Dühnforts zweiter Fall

14.10.2010 Bewertung:  5 horrorbiene vergibt 10 von 10 Punkten

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In weißer Stille ist der zweite Teil einer Krimi-Reihe um den Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort, die in der Umgebung Münchens angesiedelt ist. Der Vorgänger ist unter dem Namen \"Der Sünde Sold\" erschienen.

In seinem zweiten Fall wird Dühnfort zu einer Leiche gerufen, die im Wochenendhaus an einer Heizung verdurstet ist. Schnell wird die Richtung, in die er ermittelt klar: Einer der Söhne musste immer einstecken. Zerbricht so das so akkurate Bild der heilen Familie Dr. med. Heckeroth?

Mit von der Partie sind die aus dem ersten Teil bekannten Kollegen, wie z.B. Gina und Alois als auch Agnes. Die Figuren werden identisch dem ersten Teil beschrieben und auch auf deren Entwicklung hin wird Bezug genommen. Das bedeutet, dass man das Buch auch ganz entspannt lesen kann, ohne vorher den Vorgänger zu kennen. Und für die, die es kennen, sind die Wiederholungen so schön kurz, das sie beinahe gar nicht auffallen. Dies ist auch sehr gut, wenn die Abstände, in denen man das Buch liest, etwas größer sind.

Obwohl eigentlich sehr schnell klar war, in welcher Umgebung der Mörder zu suchen war, schafft es die Autorin, dass der Leser sich nicht allzu schnelle eine Figur herauspicken kann, die der vermeintliche Mörder war. Unklar bleibt auch lange, wer der Junge im Prolog ist, der beinahe verdurstet ist. Immer wieder tauchen neue Indizien auf, die die Ermittlung für Dühnfort anstrengend machen, für den Leser jedoch spannend. Die Nebenhandlungen z.B. die um Gina, sind gut gestrickt und stellen die Protagonisten als Menschen dar. Die letzte Szene mit Dühnfort deutet eine Entwicklung an, die schon im ersten Teil etwas hervorgeblitzt hat. Wir dürfen gespannt sein.

Die Hauptperson ist wie so oft nicht einer heilen Welt entsprungen, sonder hatte in der Vergangenheit auch an einigen Problemen zu knabbern, die er allmählich versucht zu lösen. Seine Handlungs- und Denkweise lassen ihn für den Leser sympathisch erscheinen und auch die Frauen, die er unterwegs z.B. in einer Buchhandlung trifft, sind von seiner Erscheinung auch angetan. Nun ist er 41, immer noch ledig und sein größter Wunsch ist es, die Frau für\'s Leben zu finden und eine Familie zu gründen. Doch ob das eine so gute Idee ist? Sieht er doch so häufig gestörte Familien - wie auch in diesem Buch.


Fazit: Mir hat das Buch - wie auch der erste Teil - wirklich gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig (sporadisch taucht sogar etwas Mundart auf) und die Protagonisten sind sympathisch. Es wird genau das richtige Maß an Details zur Polizeiarbeit eingearbeitet, so dass diese Handlungen authentisch wirken, ohne jedoch mit Fachvokabeln zugepflastert zu sein. Perspektivwechsel (Dühnfort, Schwiegertochter und Tochter des Opfers) machen aus dem Buch ein Lesevergnügen, da der Leser so z.T. mehr weiß als Dühnfort. Ein schöner Krimi, den man wirklich gut lesen kann. Das Buch und diese Reihe kann ich wirklich weiterempfehlen.


horrorbiene hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.


Die Grausamkeit der Worte

10.11.2010 Bewertung:  4.5 suse9 vergibt 9 von 10 Punkten

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Ich bin krimi- und thrillermüde und habe mich oft schon gefragt, warum ich immer wieder mal einen in die Hand nehme. Ähnliche Handlungen, vorhersehbare Pointen, platte Sprache, klischeehafte Charaktere verleideten mir häufig die Lektüre. Hochgelobte Autoren der Bestsellerlisten konnten auch nicht immer meine Skepsis zerstreuen und enttäuschten eher.

So stand nun das Buch \"In weißer Stille\" schon eine Weile in meinem Regal und wurde bisher gemieden. Da ich aber zwischen zwei vielversprechenden Romanen (einen hatte ich gerade gelesen, der andere lag noch nicht bereit) ein \"Übergangsbuch\" suchte, griff ich zu und überflog die ersten Seiten. Damit war es dann auch um mich geschehen. Wie mich die Autorin gefangen hat, weiß ich nicht zu benennen. Weder zeichnet sich das Buch durch eine besondere Sprache oder außergewöhnliche Action aus noch war der vermutliche Täter gar zu schwer auszumachen. Dennoch packte mich der Roman und ließ mich alles herum vergessen. Inge Löhnig schilderte Dramen in den heimischen vier Wänden, die mich erstarren ließen. Unvorstellbare Lieblosigkeit und die Unfähigkeit, zu seinen Gefühlen zu stehen, belasten die Protagonisten dieser Geschichte. Wieder einmal wird mir bewusst, was meine Eltern geleistet haben, dass wir in einer warmen zärtlichen Familie aufwachsen durften.

Auf die Handlung gehe ich nicht ein. Es reicht völlig aus, den Klappentext zu lesen und auch das ist schon fast zu viel. Es ist der zweite Roman der Reihe um Dühnfort und der erste steht schon auf meiner Wunschliste. \"In weißer Stille\" ist für mich ein gelungener Krimi, der zwar auch nicht komplett ohne Klischees und ein teilweise überzogenes Ende auskommt, aber dennoch durch die Schilderung zwischenmenschlicher Grausamkeiten besticht.


suse9 hat insgesamt 12 Rezensionen angelegt.


 
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