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Vergessene Seelen: Kriminalroman (Max Heller 3)
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Titel:      Vergessene Seelen: Kriminalroman (Max Heller 3)
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      11132
Autor:      Frank Goldammer
ISBN-10(13):      9783423262019
Verlag:      dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Publikationsdatum:      2018-06-22
Number of pages:      384
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Kurzbeschreibung

Der dritte Fall für Max Heller - und sein ganz persönlicher Alptraum

Dresden 1948: Ein heißer Sommer, drei Jahre nach Kriegsende. Die große Währungsreform stürzt das besetzte und aufgeteilte Nachkriegsdeutschland in eine Krise. Inmitten der mühsamen Wiederaufbauarbeiten bekommt es Oberkommissar Max Heller mit dem Fall eines 14-jährigen Jungen zu tun, dessen Todesursache völlig unklar ist. War es ein Unfall, Mord oder sogar Selbstmord? Heller stößt bei seinen Ermittlungen auf eine Wand des Schweigens und wird dabei mit seinem ganz persönlichen Albtraum konfrontiert, den er längst vergessen geglaubt hatte.


   


Rezensionen
Grenzen

06.01.2019 Bewertung:  5 NiliBine70 vergibt 10 von 10 Punkten

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Inhalt:

In Dresden im Jahr 1948 ist der Sommer heiß, in vielerlei Hinsicht. Oberkommissar Max Heller wird auf eine Baustelle gerufen, wo ein toter Junge gefunden wurde. Es ist völlig undurchsichtig, was mit dem 14jährigen passiert ist und die Ermittlungen gestalten sich als echte Sisyphosarbeit, da niemand etwas gesehen oder gehört haben will, keiner bereit ist zu reden, obwohl fast schon zu riechen ist, dass mehr als ein Selbstmord dahinter steckt.

Die Menschen müssen sich dem harten Alltag stellen und auch Heller sieht sich mit Dingen konfrontiert, die seine eigene Vergangenheit, die er am liebsten vergessen möchte, wieder heraufbeschwört. Hinzu kommt die Angst, dass Deutschland aufgeteilt wird, ganz real auch für Heller und seine Frau Karin selbst, lebt doch ihr Sohn Erwin in Köln.

Und auch die politischen Strömungen reichen bis in Hellers Ebene hinab und er sieht sich immer öfter damit konfrontiert, was seine Ermittlungen nicht gerade leichter macht.

Meine Meinung:

Grenzen

Harter Tobak... das waren meine Gedanken ganz ganz oft beim Lesen des 3. Falls rund um den Dresdner Oberkommissar Max Heller. Dieser sympathische, unglaublich menschliche Ermittler hat es wirklich nicht leicht, wenn er sich und seinen Überzeugungen treu bleiben möchte. Wieder einmal schafft es Goldammer, einen in den Zeitsog mitzunehmen ins Jahr 1948. Mit in das Leben so kurz nach dem Krieg, mit allen Unbilden, mit den Nischen, die die Menschen sich zum Überleben gesucht haben. Unglaublich, wie ein doch so junger Mensch die damals wohl herrschende Stimmung transportiert, wie er im Kopf von uns Lesern ein in Sepia getöntes Bild der damaligen Zeit mit Staub und Blut erzeugt. Mich beeindruckt immer wieder aufs neue, mit welcher Kunstfertigkeit der Autor das fertigbringt.

Max Heller ist nun nicht der klassische Held in der Kriminalliteratur, er ist nicht mehr jung und knackig, er hat einen schmerzenden Knöchel, der ihm wilde Verfolgungen schier unmöglich machen, er hat eine Frau, die er liebt, aber ganz im Stil der damaligen Zeit nicht offensiv und öffentlich, aber dennoch von Herzen. Die Söhne haben auch schon psychisch einiges mitgemacht, sodass sie ihre „Unschuld“ längst verloren haben, was mir persönlich sehr leid getan hat beim Lesen. Irgendwie wachsen einem Figuren ja doch sehr ans Herz, wenn man sie über einige Jahre begleitet...

Überhaupt, die Rolle der Kinder in der damaligen Zeit... das war tatsächlich grenzwertig zu lesen. Manchmal war ich kurz davor, das Buch beiseitezulegen, erst mal durchatmen. Aber dann hatte ich das komische Gefühl, wenn ich das täte, gebe ich die Kinder auf. So sehr war ich drin in der Geschichte. Und ja, ich gebe zu, es gab auch mal Tränen. Weil mich eben ein Schicksal sehr berührte.

Erstaunlich auch wieder, wie die dramatische, bedrückende Geschichte der näheren Vergangenheit neben einem gut ausgeklügelten Kriminalfall bestehen kann und einen stimmungsvollen Rahmen ohne erhobenen Zeigefinger – wie sonst gerne üblich – bildet.

Der dritte Band mit dem durchaus passenden Titel „Vergessene Seelen“ hat noch ein Scherflein oben drauf gesetzt und ich bin gespannt, ob der Autor das im nächsten Teil auch noch toppen kann.

Fazit: Bedrückend, berührend, aufrührend und das plus einem gut ausgearbeiteten Kriminalfall, das bietet sich, wenn man sich drauf einlässt, dem Fan und neugierigen Krimifans.


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