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Biografie: Beim Häuten der Zwiebel
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Titel:      Beim Häuten der Zwiebel
Kategorien:      Biografie
BuchID:      1735
Autor:      Günter Grass
ISBN-10(13):      3423136553
Verlag:      Deutscher Taschenbuch Verlag
Publikationsdatum:      2008-05-01
Edition:      Hardcover
Number of pages:      480
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Beim Häuten der Zwiebel
Aus der Amazon.de-Redaktion
Das im Vorfeld seiner Erinnerungen Beim Häuten der Zwiebel bekannt gewordene Bekenntnis des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Günter Grass, im Alter von 17 Jahren kurz bei der Waffen-SS gewesen zu sein, hat im Blätterwald der Feuilletons viel Staub aufgewirbelt. Vor allem die späte Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit machte den Kritikern offenbar zu schaffen. Jetzt, sagte Grass, sei die Zeit einfach reif dafür gewesen, dieses lang verdrängte Trauma niederzuschreiben. Wer Beim Häuten der Zwiebel aufmerksam liest, kann die Gründe hierfür -- und damit Grass -- besser verstehen.

Die Passage von der Zeit bei der Waffen-SS ist nur ein Bruchteil des fast 500 Seiten dicken Buchs. Es schildert die Kindheit und Jugend des Schriftstellers bis zum Erscheinungsjahr seines hoch gelobten und längst zum Klassiker avancierten Debütromans Die Blechtrommel. Es geht um die Liebe zu seiner Mutter, die den Wunsch, Künstler zu werden, unterstützte, seine Verwirklichung durch ihren frühen Krebstod aber nicht mehr erlebte,. Es geht um Hitlers Überfall auf Polen, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs und das Ende von Grass’ Kindheit bedeutete. Es geht um die Zeit als ideologiegläubiger Hitlerjunge, Luftwaffenhelfer und Kriegsgefangener. Und es geht nicht zuletzt um die Pariser Jahre, in denen die Blechtrommel entstand. Vor allem aber geht es auch darum, „was alles geschehen musste, um diese Sperre vor der Sprache abzubauen, bis es dann zu den Wortkaskaden der ‚Blechtrommel’ kommt“. Dass dies auf verschiednen Zeit- und Reflexionsebenen und mit Hilfe einer überaus eigenwilligen Sprache geschieht, versteht sich bei Grass von selbst.

Grass liebt poetologische Metaphern. In der Novelle Katz und Maus war es die Katze, die mit ihren Streifzügen den „lauernden“, jederzeit die Richtung wechselnden Geschichtsverlauf symbolisch fasste. Bei Im Krebsgang diente der seitliche, mögliche Feinde täuschende Gang des Krebses als Bild für den vorsichtig abwägenden Erzählfluss. Beim Häuten der Zwiebel nun hat Grass diese Vorsicht ein Stück weit aufgegeben. Denn seine Erinnerungen sind ein ehrliches, offenes Buch, bei dem sich sogar ein Teil der Figurenwelt wie Oskar Matzerath aus der Blechtrommel selbstständig macht und Dichtung und Wahrheit ein ums andere Mal ineinander fließen. Auch wenn Grass, sprachverspielt wie er nun einmal ist, seine Biografie nicht gänzlich entblößt, sondern im permanenten Oszillieren mit der Fiktion selbst die Erinnerung wieder ein wenig als Phantasie entlarvt, bietet Beim Häuten der Zwiebel auf literarisch hohem Niveau vielfach Gelegenheit, sich mit dem Werden eines großen Autors auseinander zu setzen. Und beim langsamen Entblättern der Gedächtnisschichten wird einem plötzlich klar, wie viel Autobiografisches sich im literarischen Werk verbirgt. --Thomas Köster

   


Rezensionen
Die Frau Erinnerung

21.11.2010 Bewertung:  4 verbatim158 vergibt 8 von 10 Punkten

UserpicHallo liebe Leser und Leserinnen, in meinem heutigen Bericht möchte ich euch gern über einen besonderen Roman berichten, der auf einen seltsamen Weg in meine Hände kam. Lange Zeit brauchte ich um ihn zu lesen, doch trotzdem habe ich nie abgelassen. Basem schrieb selbst einen Bericht über diesen einzigartigen Roman und ich gab ihm nur als Kommentar, dass ich diesen auch gern lesen würde. Irgendwie nach längeren Gästebucheinträgen kamen wir dann dazu, dass er mir den Roman per Post schickt und ich ihm schließlich den Roman zurückschicke, wenn ich ihn ausgelesen habe. Nun das das nun eine Weile gedauert hat, dafür entschuldige ich mich wirklich ganz doll(bitte nicht sauer sein!), aber ich hatte wirklich wenig Zeit zum Lesen. Da Günter Grass nicht irgendwelche Groschenromane schreibt und meistens jeder einzelne Satz eine andere Hintergrundbedeutung hat, muss man einige Zeit opfern, um einen Roman von Günter Grass richtig gelesen zu haben. Dies habe ich auch getan und heute möchte ich nach fast einem ganzen Jahr, was ich den Roman nun schon habe, endlich meinen Bericht dazu veröffentlichen und Basem seinen Roman auch wieder zurückschicken.   === Aussehen === Was mich sehr faszinierte an diesem Buch war auch das Aussehen, denn auf Vorder- und Rückseite befindet sich nicht irgendein langweiliges irgendwo im Wald geschossenes Foto, sondern Zeichnungen einer Zwiebel von Günter Grass persönlich. Die sonstige Gestaltung des Buches ist eher schlicht, was aber auch perfekt zu einem Roman von Günter Grass passt. Noch nicht mal einen Klappentext auf der Rückseite gibt es, was auch sehr gut zu Günter Grass passt. Schließlich soll man ja das Buch lesen und nicht nur den Klappentext. Der Hintergrund des Umschlages ist weiß und die Zwiebel ist in einem zwiebelrot gezeichnet. Immer wieder am Start eines neuen Kapitels hat Günter Grass eine neue Zeichnung einer Zwiebel hinterlassen, welche die Zwiebel ein wenig weiter geschält zeigt. Dies verdeutlicht seine Absicht des Buches sehr gut, aber dazu später mehr. Ich finde das schlichte Aussehen sehr gut, da es perfekt zum Autor passt. Allerdings könnte es andere sehr langweilig finden. Doch schließlich kommt es ja auch auf den Inhalt des Buches an und nicht auf das Aussehen. === Lesegefühl& Verständnisprobleme === Mein Lesegefühl ist immer eine große Mischung aus mehreren Gefühlen, die man gar nicht so genau beschreiben kann, denn Günter Grass zapft mit diesem Roman einige Gehirnzellen an, die ich schon lang tot geglaubt hatte. Meine Geschichtskenntnisse hatte ich nie so gut eingeschätzt, wie sie letztendlich beim Lesen dieses Romans doch sind. Wenn er von der Gruppe 47 schrieb, dann wusste ich genau worum es geht, was wahrscheinlich einigen Lesern hier schon ein wenig Kopfzerbrechen berieten wird. Ich habe immer ein Gefühl von Ehrfurcht, denn einerseits finde ich die Romane von Günter Grass mehr als nur interessant und andererseits weiß ich nicht genau, wie ich einem solchen Schriftsteller und Dichter huldigen kann. Denn er ist wirklich der wichtige Schriftsteller in meinem Leben, der mich in meinem Deutschunterricht schon immer sehr prägte. Wenn eine Arbeit um den Roman „Die Blechtrommel“ geschrieben wurde, dann hatte ich immer die volle Punktzahl. Irgendwie kann ich die verquerten Gedanken dieses Mannes nachvollziehen, auch wenn es nicht immer leicht fällt. In diesem Roman finde ich es so toll, weil er wirklich immer einige Nebensätze auf seine vorhergehenden Romane bezieht und so kann ich nach diesem Roman noch mehr etwas mit der Romanfigur „Tulla Propiefke“ anfangen. Ich lese Günter Grass sehr gerne und auch viel, weil er einfach Geschichte, persönliches Empfinden und Spannung so gut mixen kann, dass die einzelnen Rollen den Sätzen in seinen Romanen einfach zufallen. Dieser Mann kann einfach schreiben und ich hoffe noch einige Romane seinerseits lesen zu können. Und einmal in meinem Leben möchte ich auch so gut schreiben können. Sicherlich ist „Die Blechtrommel“ für viele in der Schule einfach nur ein Graus gewesen, aber ich habe sie verschlungen und auch den Film habe ich schon einige Male gesehen gehabt. Trotzdem ist es in diesem Roman besonders schwer seine Gedankengänge nachvollziehen zu können, wenn man nicht die vorhergehenden Romane gelesen hat.   === Bedeutung des Titels === „Beim Häuten der Zwiebel“ ist nicht irgendein Titel, der auf irgendeiner Schnapsidee von Günter Grass während des Kochens beruht, nein dieser Titel hat viel mehr zu bieten. Man kann immer wieder über viele Aussagen von Günter Grass diskutieren und so möchte ich nun meine Meinung über den Titel preis geben, aber ich möchte auch nicht ausschließen, dass es ´noch viele anderen Denkansätze zu diesen 4 Wörtern, die bald ein ganzes Buch füllen sollten, gibt. Er schreibt in diesem Buch über seine persönlichen Erlebnisse aus Vor- und Nachkriegszeit und wie er für sich selbst den Krieg überlebte. Auch warum er überhaupt in den Krieg ging, denn schließlich hat er sich ja freiwillig gemeldet. Immer wieder nimmt er Bezug zu der Zwiebel, weil die Zwiebel unzählige Schalen hat, die sie ablegen kann und mit jeder abgelegten Schale kommt ein neuer Aspekt seines Lebens zum Vorschein. Er häutet im Prinzip seine Erinnerung, dabei fängt er außen an mit den abgestumpften Erinnerungen, die schon einige Jahre her sind. Dieses Schälen wird zudem noch durch die selbst gezeichneten abfallenden Zwiebelhäute sehr gut verdeutlicht.   === Hintergründe dieses Romans === Die Hintergründe dieses Romans liegen einfach nur in der Zeit, die Günter Grass hiermit aus persönlicher Sicht erzählt. Er behandelt eigentlich sein Leben bis jetzt ab und deswegen würde ich „Beim Häuten der Zwiebel“ auch als eine ganz eigene Art eine Biografie zu schreiben, abstempeln. Dieser Mann kann einen immer wieder faszinieren, in dem er neue Sachen über den 2. Weltkrieg veröffentlicht, die man bis dahin noch nicht im Geschichtsunterricht mitbekommen hatte, die bis dahin noch nie in einer Dokumentation im Ersten aufgetaucht werden und auch indem er Aspekte veröffentlicht, die bis dahin noch kein anderer Schriftsteller beschrieben hat. Bewusst werde ich euch nun nicht verraten, welche das sind, denn schließlich sollt ihr ja das Buch selbst lesen. Sonst wäre ja dem Roman die letzte aller Spannungen genommen worden. Der Hintergrund des Romans liegt einfach im 2. Weltkrieg und wie sich die Menschen damals darauf vorbereiteten oder wie sich auch anfangs gar nichts von den Grausamkeiten mitbekommen hatten. Und später berichtet er davon, wie Deutsche Soldaten von Menschen aus anderen Ländern verachtet wurden oder auch, wie sie von jugendlichen Gruppen, die sich ebenfalls gegen ihr System sträubten, bejubelt wurden. Er beschriebt auch die Gefahr in der Nachkriegszeit wieder in solch ein totalitäres Regime abzustürzen, und er sagt auch, dass wir auch heutzutage noch in einer gefährlichen Situation leben. Auch bezieht er zu vergangenen Sachen politische Stellungen, die man Günter Grass nach dem Lesen der „Blechtrommel“ nie zugetraut hätte. Also von den Hintergründen her ist das Buch auf jeden Fall lesenwert, aber man muss sich sicher sein, dass man es auch selbst verstehen kann, ohne den Autor immer fragen zu wollen, was er denn nun genau mit seinen geschriebenen Sätzen meinte. Doch das ist bei jedem Roman von Günter Grass so und das sollte auch jedem klar sein, der solch einen Roman jemals in die Finger bekommt.     == **FAZIT** == Ein Roman, der viele persönliche Empfinden von Günter Grass veröffentlicht und gerade der jüngeren Generation nicht nur die Härte der Nachkriegszeit vermittelt. Allerdings ist er sehr schwer zu lesen und zu verstehen, da Günter Grass eine ganz eigene Form hat zu schreiben. Dieses Buch ist keins, welches man mal schnell in 10 Min auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn lesen kann. Hier sollte man sich länger Zeit nehmen und sich auch mal den Zusammenhängen klar werden. Für mich ist und bleibt Günter Grass der beste Schriftsteller, den ich bisher lesen durfte.   Deswegen: 4*Sterne und eine klare Empfehlung für Menschen, die sich einen Günter Grass zutrauen   Liebe Grüße eure Jasmin

verbatim158 hat insgesamt 13 Rezensionen angelegt.


 
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