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Belletristik: Acht Wochen verrückt: Roman
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Titel:      Acht Wochen verrückt: Roman
Kategorien:      Belletristik
BuchID:      1964
Autor:      Eva Lohmann
ISBN-10(13):      3492054390
Verlag:      Piper
Publikationsdatum:      2011-02
Edition:      7
Number of pages:      208
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Acht Wochen verrückt
   


Rezensionen
Ich bin verrückt - Du bist verrückt

15.04.2011 Bewertung:  4 filfil67 vergibt 8 von 10 Punkten

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Ein paar Tage bin ich um das Buch geschlichen, nicht sicher, ob ich es wirklich lesen will. Burn Out, Depressionen, Schmerzmittelmissbrauch, Klinikaufenthalt... irgendwie nicht unbedingt die Art von Lektüre, die ich jederzeit lesen kann und möchte. Und dann ist die Geschichte auch noch in der Ich-Perspektive geschrieben. Das mag ich eigentlich gar nicht. Hätte ich das mal vorher gewusst...
Und dann habe ich \'Acht Wochen verrückt\' irgendwann doch einfach mal in die Hand genommen, reingelesen und positiv überrascht mit dem Lesen nicht mehr aufgehört.

Eva Lohmann hat meiner Meinungen nach einen wirklich schwierigen Spagat vollbracht. Sie schafft es, in einer Leichtigkeit vom Klinikalltag und den Patienten zu erzählen ohne dabei den Respekt vor den Menschen und ihren Krankheiten zu verlieren.
Was mir darüber hinaus extrem gut gefallen hat, ist ihr spielerischer Umgang mit Sprache. \'Acht Wochen verrückt\' hat wirklich alles andere, als einen langweiligen Erzählstil.

Eva Lohmanns Heldin Mila ist erfrischend selbst-ironisch, bodenständig und sympathisch. Sie könnte Teil meines Freundeskreises sein. Oder eine meiner Arbeitskolleginnen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich an manchen Stellen auch selber wiedererkennen konnte. Das ewige Hamsterrad des Arbeitsalltags und die damit verbundene Sinnfrage dürfte für viele ein allzu treuer Lebensbegleiter sein.

Von einigen Lesern wurde bemängelt, dass es wohl keine Klinik in Deutschland gibt, in der diese Mischung von Patienten mit unterschiedlichen Beschwerden aufgenommen würde. Darüber hinaus seien die Beschreibungen der Abläufe und der Therapien so nicht richtig. Ich gebe ehrlich zu, dass ich sehr, sehr wenig von solchen Kliniken weiß und diese Kritik von Betroffenen von daher durchaus ernst nehme. Allerdings handelt es sich bei \'Acht Wochen verrückt\' nicht um eine Autobiografie, sondern um einen Roman. Und die fehlende Tiefe (die ich \'Leichtigkeit\' nenne würde) könnte das Buch für eine Lesergruppe interessant machen, die schwierige Problemromane nicht gerne liest. So wie ich zum Beispiel.
Und dann könnte man sogar davon träumen, dass bei manchem Leser ein Verständnis für die Typen auftaucht, die sonst gerne mal als Loser oder Weicheier abgeschrieben werden.

Für mich hat die Mischung aus Personen und Krankheitsbildern funktioniert - und das muss letztlich mein Bewertungskriterium sein. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, habe ein paar durchaus nachdenkliche Momente gehabt und bei der Lektüre immer wieder mal erleichtert schmunzeln dürfen.

\'Acht Wochen verrückt\' ist für mich eines der besseren Bücher der letzten Monate, das ich lesen durfte. Die wenigen Schwachstellen (z.B. die seltsam konstruiert wirkende Beziehung zu den Eltern und die Therapiesitzung mit diesen) halten mich davon ab, ihm die volle Punktzahl zu geben.


filfil67 hat insgesamt 11 Rezensionen angelegt.


 
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