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Interview mit Elke Schwab (Autorin)

HetzjagdamGrnenSeeElke Schwab wurde 1964 in Saarbrücken geboren, wuchs in Saarlouis auf und zog schließlich ins ins Köllertal gezogen. Ihre große Liebe zu den Pferden lockte sie wieder in den Landkreis Saarlouis zurück, nach Dillingen-Diefflen, wo sie ihr Pferd “Teufel” entdeckte - ihre Muse. Die nächste Station war Saarlouis-Felsberg. Doch dort hielt es Elke Schwab nicht lange. Sie kehrte nach Diefflen zurück bis der große Entschluss kam, die Landeshauptstadt zu erobern. Die Autorin zog zurück in ihren Geburtsort - nach Saarbrücken.

 

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ISBN-10: 3936950954

ISBN-13: 978-3936950953

Hallo Frau Schwab, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview nehmen.

Das mache ich gern.


Zuerst paar Fragen zu Ihrem neusten Roman. Wann erscheint er, in welcher Ausgabe wird er erscheinen und wie viele Seiten wird er umfassen?
Mein neuer Roman hat den Titel „Hetzjagd am Grünen See“ Er scheint Ende August 2009, ist ein Taschenbuch und umfasst 296 Seiten.


Ihr neuester Kriminalroman "Hetzjagd am Grünen See" spielt auf einem bewaldeten Berg im Saarland. Gibt es einen besonderen Grund dafür?
Ja! Dieser Berg hat schon in  meiner Kindheit eine große Rolle gespielt. Wir sind immer mit unseren Fahrrädern durch den Wald gefahren, haben dort Höhlen gesucht und auch gefunden, die wir dann erforscht haben. Leider hörten alle diese Höhlen irgendwo auf, entpuppten sich nicht als unterirdische Gänge, die wir so gerne entdeckt hätten.


"Hetzjagd am Grünen See" spielt in Jägerkreisen. Was hat Sie auf dieses Thema gebracht?
Ich bin in einer Jägerfamilie aufgewachsen. Als ich aus dem Kindesalter heraus war, nahm mich mein Vater oft auf die Jagd mit. Gelegentlich auch auf den Limberg. Die Jägeratmosphäre hat mich fasziniert. Hinzu kommt, dass meine Mutter viele Jahre auf einem Forstamt gearbeitet hat. Also bin ich mit diesem Thema sozusagen groß geworden.

 

Außerdem spielen Sie in "Hetzjagd am Grünen See" auf Satanisten an. Auf dem Limberg sollen mal satanische Messen abgehalten worden sein. Stimmt das?
Leider ist es so, dass tatsächlich immer wieder Spuren Satanischer Rituale oben auf dem Berg in dem ehemaligen Kloster gefunden wurden. Dieses alte Gemäuer, das dreihundert Jahre alt und trotz allem gut erhalten ist, wurde vor einigen Jahren zu einer Jägerstube umfunktioniert. Durch diesen Umbau haben sich die Satanisten von dort verzogen.


Ihre Kriminalromane spielen alle im Saarland, was wohl den Regionalkrimi  ausmacht. Wird es auch mal Krimis geben, die außerhalb des Saarlandes  spielen?
Oh ja! Zurzeit arbeite ich an einem Krimi, der im Elsass spielt. Da ich seit vier Jahren im Elsass lebe, hat mich der Gedanke, dort auch mal etwas passieren zu lassen, so fasziniert, dass ich gerade dabei bin, diese Idee umzusetzen. Im Elsass ist das Leben anders als in Deutschland. Deshalb macht mir das Thema großen Spaß.


Bekommen Sie Resonanz von Lesern aus anderen Bundesländern/Regionen?
Ich habe schon Rückmeldungen von Lesern aus anderen Regionen bekommen – hauptsächlich aus dem hohen Norden, also ganz weit weg. Auch aus dem Bayrischen Raum gab es schon Resonanz. Und nicht zu vergessen, die vielen Saarländer, die das Saarland verlassen mussten.


Mir drängt sich der Vergleich mit Jacques Berndorf auf, ist das eher ein Kompliment oder ist ein Elke Schwab Roman doch etwas völlig anderes?
Ich wurde in der Presse schon „die Jacqueline Berndorf des Saarlandes“ genannt. Das hat mir geschmeichelt, denn Jacque Berndorf ist erfolgreich, wird viel gelesen und gehört zu den Mitbegründern des Regionalkrimis.  Meine Krimis sind ebenfalls Regionalkrimis.
Dabei muss ich natürlich sagen, dass ich meinen ganz eigenen Stil habe, der also absolut nichts mit Jacques Berndorf zu tun hat.

 

Wer sollte ihre Bücher lesen und wer nicht?
Jeder, der Krimispannung liebt, sollte meine Bücher ruhig lesen.
Wer nicht – dazu fällt mir gerade nichts ein. Wer lieber Liebesromane liest, der würde sogar auch davon etwas in meinem neuen Buch finden. Denn Gefühle wie Liebe können ja auch in einem Krimi vorkommen.

 

Beschreiben Sie Ihre Romane in 5 Sätzen.
Meine Kriminalromane sind Polizeiromane. Sie spielen in ländlicher Umgebung, wo die Menschen gerne mal kauzig und wortkarg sind. Meine Hauptfigur ist und bleibt der Hauptkommissar Kullmann, der sich vom aktiven Kommissar zum Rentner und Ersatz-Opa mit beratender Funktion für die Polizei gemausert hat. Sein Schützling, eine junge Kommissarin und alleinerziehende Mutter greift immer wieder auf seinen reichen Erfahrungsschatz zurück, womit ich die sogenannte „Wahlfamilie“ gerne in meine Krimis einbaue. Ansonsten würde ich meine Krimis zu den „Whodunit Krimis“ zählen.

 

Sie schreiben Kriminalromane, warum gerade Krimis?
Ich habe schon als Kind geschrieben – sogar schon richtig lange Romane. Damals waren es immer Abenteuerromane, weil ich selbst sehr abenteuerlustig war. So hat sich wohl in späteren Jahren meine Freude an der Spannung und an dem Rätselraten erhalten, dass aus den Abenteuerromanen Kriminalromane wurden.


Planen Sie einen Abstecher in ein anderes Genre?
Vielleicht! Ich habe auch Ideen, die nicht ins Krimi-Genre passen. Aber jetzt will ich noch nichts darüber verraten. Denn ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie das mal wird.


Wie entsteht ein neuer Roman, gibt es eine Idee, die beim Schreiben reift oder beginnen Sie erst mit der Ausarbeitung, wenn die Geschichte vollständig erdacht ist?
Zuerst gibt es eine Grundidee – zum Beispiel das Motiv für den Mörder. Wenn mich dieser Gedanke nicht mehr loslässt, fange ich mit dem Schreiben an. Über dem Schreiben entwickelt sich dann die Geschichte mit den dazugehörigen Figuren. Sollte ich mir die Mühe machen und vorher ein Konzept erstellen, sieht das Ergebnis hinterher jedes Mal ganz anders aus. Eigentlich macht es mir dann auch erst richtig Spaß, denn so weiß ich am Anfang der Geschichte selbst nicht, was mich erwartet.


Gibt es eine Tageszeit, an der Sie am kreativsten sind?
Eigentlich nicht. Am liebsten schreibe ich morgens, manchmal überkommt mich auch in der Nacht eine Schreibwut. Und wenn diese Wut mich packt, dann laufe ich zum PC, denn solche tollen Momente lasse ich nicht ungenutzt verstreichen.


Welche Tipps haben Sie für junge Autoren, die an ihrem ersten Roman schreiben?
Ich habe mir das Schreiben von Romanen selbst beigebracht, weshalb ich nicht wirklich sagen kann, welche Ratschläge ich erteilen könnte. Meine einzige Devise ist und bleibt: Schreiben lernt man nur durch Schreiben. Also immer dranbleiben. Und mit Testlesern im Freundeskreis, die mit ehrlicher Kritik arbeiten, zu Rate gehen.


Beschreiben Sie sich selbst in einem Satz.
Ich bin eine ausgeprägte Pferdemutter, die nur der Pferde wegen aufs  Land gezogen ist, damit sie mit ihren Lieblingen immer zusammen sein kann und wo sie sich täglich von ihren Pferden - ihren  „Musen“ - zu neuen Ideen inspirieren lassen kann.
Huh! Das wurde aber ein langer Satz.


Welche drei Dinge dürfen in Ihrem Urlaub nicht fehlen?

Sonne, ein guter Krimi, Interessantes zum Dazulernen


Sie sind Mitglied bei den mörderischen Schwestern, was genau ist das für eine Vereinigung/Interessengemeinschaft?
Die Mörderischen Schwestern sind ein europäisches Netzwerk für  deutschsprachige Krimi-Autorinnen mit dem Ziel,  Krimi-Autorinnen zu fördern.


Gibt es eine Oberschwester?

Das klingt jetzt abwertend.
Bei uns gibt es ganz normale Funktionen – wie überall, wo auch Männer dabei sind – nämlich die Präsidentin, Vizepräsidentinnen, dann gibt es die Schatzmeisterin und diejenigen, die für die Pressearbeit zuständig sind. Dann haben wir Regionalgruppen – für jede Region gibt es eigene Gruppe, wodurch sich über ganz Deutschland verstreut kleinere Treffen organisieren lassen. Für diese Gruppen erklärt sich jeweils eine Regionalschwester dazu bereit, die Organisation zu übernehmen.


Warum sind keine Brüder dabei?
Weil wir uns den Interessen der krimischreibenden Frauen verschrieben haben.

Sehen wir uns auf der Frankfurter Buchmesse?
Bestimmt!
Mein neues Buch ist dort, da muss ich auch dort sein.

Der deutsche Buchmarkt wird seit einigen Jahren von skandinavischen Schriftstellern >>überflutet<<, wie erklären Sie sich den Erfolg dieser Autoren?
Ich habe dafür keine Erklärung. Viele dieser Bücher sind für mich zu depressiv.


Sie die Autoren so gut oder ist es einfach gerade >>in<< einen nordischen Roman zu lesen?

Ich gehöre nicht zu diesen Lesern, deshalb kann ich nur vermuten, dass es damit zusammenhängt, dass diese Autoren oftmals grausame Verbrechen schildern.


Welchen Ihrer Romane würde Sie einem Elke Schwab-Neuling als Einstiegslektüre empfehlen?
Da kommt es wohl darauf an, was die Leser wollen.
Für diejenigen, die es grausam lieben, habe ich nämlich auch etwas auf Lager. Und zwar mein Erstlingswerk „Tödliche Besessenheit“, der aber nichts mit der Reihe des Alt-Kommissars Kullmann zu tun hat.
Für diejenigen, die es lieber spannend aber weniger blutig haben wollen, empfehle ich die Kullmann-Reihe. Dabei ist es egal, womit man anfängt. Es sind alles abgeschlossene Romane, sodass kein Krimi von einer vorangegangenen Folge abhängig ist. Das einzige, was sich stetig weiterentwickelt, sind die Polizeibeamten, deren Leben sich langsam weiterentwickelt. Aber das versteht man auch, wenn man mitten drin anfängt.


Gibt es das perfekte Verbrechen?
Auf jeden Fall!
Ich will gar nicht wissen, wie viele schon passiert sind.

Spinnen wir ein wenig herum. Wenn einer Ihrer Romane verfilmt wird, wer sollte die Hauptrollen spielen?
Oh ja! Das macht Spaß.
Also:
Meine Polizeibeamtin Anke Deister könnte von Nathalia Wörner gespielt werden.
Der Polizist Erik Tenes könnte von Johny Depp gespielt werden.
Alt-Kommissar Norbert Kullmann von Armin Müller-Stahl
Neuer Hauptkommissar Jürgen Schnur von Heino Ferch
und Kommissarin Esther Weis von Diane Krüger.
Hach, wär das toll!

 

Und wer sollte Regie führen?
Tim Burton
Man denke da nur an Filme wie Sleepy Hollow oder Sweeny Todd.
Tim Burton  wäre genau der Richtige, um meinen tollen Krimi „Hetzjagd am Grünen See“ zu verfilmen.

 

Ich bedanke mich für Ihre Zeit und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft. Bis zum nächsten Roman.
>Und ich bedanke mich bei Ihnen für das tolle Interview.


Weiter Infos zur Autorin und ihren Bücher auf gibt es auf der Webseite von Elke Schwab: www.elkeschwab.de

 

Interview (c) Jester und Elke Schwab


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